Michaels Reaktion auf Sam Altmans „Die sanfte Singularität“ (sein neuester Blogartikel)

Gleich am Anfang. Diesen Artikel habe ich komplett selbst geschrieben. Warum das Selbernachdenken und Selberschreiben in unserer Zeit wichtiger denn je ist, erfahrt ihr am Ende des Textes. Das Lesen meines Beitrags dauert ca. 3 Minuten.

Insbesondere über diesen Absatz bin ich gestolpert:

„In the 2030s, intelligence and energy—ideas, and the ability to make ideas happen—are going to become wildly abundant. These two have been the fundamental limiters on human progress for a long time; with abundant intelligence and energy (and good governance), we can theoretically have anything else.“ (Den gesamten Text findet ihr hier: https://blog.samaltman.com/the-gentle-singularity)

Kurz mal nachgedacht: Reichlich viel (künstliche) Intelligenz wird dazu führen, dass hauptsächlich immer mehr sinnlose, plappernde Texte (Fake News) produziert werden. Diese Texte werden dazu führen, dass mit der Zeit keiner mehr wirklich jemand anderem zuhört. Zum einen, weil die reale Qualität der KI-Beiträge sehr eindimensional sein wird (KI will ja uns nur zu mehr Bildschirmzeit animieren; siehe YouTube/Facebook-Algorithmen), zum anderen, weil es einfach zu viel Inhalt geben wird und wir einfach vermutlich aufgeben werden, alle Beiträge selbst zu lesen. Auch scheint mir das ganze KI-Geplapper wie ein einzig lautes Rumgeschrei zu sein. Alle schreien rum, aber keiner hört mehr irgendjemandem zu.

Nun ist Zuhören, also der Austausch von Argumenten und deren Diskussion die Grundlage einer gut funktionierenden Demokratie. Diese wird durch die „reichliche Intelligenz“ leider nicht mehr funktionieren, so dass „good governance“ leider nicht mehr möglich sein wird.

Am wenigsten verstehe ich „abundant energy“. Ich habe Physik studiert und schon vor zwanzig Jahren hieß es, dass die Kernfusion kurz vor dem Durchbruch stehen würde. Heute gibt es sie immer noch nicht. Wo soll diese „reichliche Energie“ herkommen? Ich vermute aus Kohle- und Gaskraftwerken. Diese liefern dann die Energie für die „reichliche Intelligenz“. Echt jetzt? Ist das wirklich so gemeint, wenn wir es zu Ende denken?

Bitte versteht mich nicht falsch. Ich finde Visionäre wichtig für die Gesellschaft. Ich sehe mich als Unternehmer auch diesem Lager angehörend. Aber alles, was Visionäre sagen, muss sich der Rest von uns wirklich kritisch anschauen. Und der neueste Blogartikel von Altman lädt gerade dazu ein.

Warum habe ich diesen Artikel komplett selbst geschrieben? Je mehr wir KI nutzen und Texte von KIs lesen, je mehr wir KI nutzen, um beispielsweise den Argumenten eines anderen zu begegnen, die mit KI recherchiert und zusammengefasst wurden, umso mehr redet hier in Wirklichkeit eine KI mit einer anderen KI. Lest den letzten Satz einfach bitte nochmal. Umso mehr leben wir damit im Weltbild der KIs. Und die kennen wir nicht. Sie basiert auf ihren Trainingsdaten, den initialen Algorithmen, dem weiter Erlernten und in Zukunft vermutlich auch auf dem Austausch von Informationen der KIs untereinander.

Unsere Rolle dabei? Sehr unklar. Deshalb: selbst denken ist wichtiger denn je! Dann wird das mit der KI auch etwas in unserem Sinne.

Wie denkt ihr darüber? Lasst es mich gerne wissen!